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Dickmaulrüssler
Winzige Fadenwürmer machen den gefrässigen Dickmaulrüsslern den Garaus. Mit einem neu entwickelten Verfahren lassen sich die Nützlinge in Massen züchten.

Vom Rand her halbmondförmig angefressene Blätter zeigen an, dass der Dickmaulrüssler sein Unwesen treibt. Die Käfer sitzen rittlings auf dem Blattrand und fressen das Gewebe. Fast alle Laubgehölze und Stauden werden heimgesucht. Besonders beliebt sind immergrüne Pflanzen. Dickmaulrüssler sind ein wahrer Albtraum jedes Gartenfreundes. Tagsüber im Laub versteckt, fallen sie bei aufziehender Nacht über Gärten und Kulturen her, verwüsten Zier- und Nutzpflanzen. Was ihrer Fresslust entgeht, fällt den Larven zum Opfer, die sich an den Wurzeln gütlich tun. Ist der Wurzelhals ringsum kahlgefressen, stirbt die Pflanze unweigerlich innerhalb einiger Wochen ab. Die Käfer schlüpfen ab Juni bis in den August hinein. Sie klettern auf die Pflanzen und deren Blattränder und fressen die typischen halbrunden Frassbuchten heraus. Dieser sogenannte Reifungsfrass dauert mehrere Wochen, und es werden darauf pro Weibchen bis zu 1'000 Eier gelegt. Die Käferpopulationen bestehen meist nur aus Weibchen. Diese können unbefruchtete Eier legen, was die rasante Vermehrung begünstigt.

Es ist kein leichtes Unterfangen, die sieben bis zwölf Millimeter grossen, flugunfähigen Vielfrasse zu besiegen, da Eier, Larven und Käfer oft unbemerkt in neue Pflanzen einwandern. Natürliche Feinde haben sie kaum und chemische Bekämpfungsmittel sind meist nicht effizient, weil sie die im Wurzelwerk verborgenen Larven nicht erreichen. Ihre grössten Widersacher sind winzige Nematoden - auch Fadenwürmer oder Älchen genannt - die für Menschen, Haustiere und Pflanzen harmlos sind. Diese Nützlinge suchen im Boden aktiv nach Dickmaulrüsslerlarven, dringen in die Larven ein, vermehren sich darin und ernähren sich von ihnen. Dabei leben sie in einer symbiotischen Beziehung mit Bakterien, die bei den Larven eine tödliche Blutvergiftung verursachen. Nach zwei bis drei Wochen verlassen sie die abgestorbene Larve und gehen erneut auf Beutejagd. Wenn die Nematoden keine Wirte mehr finden, sterben sie ab. Zur Bekämpfung der ausgewachsenen Käfer sind die Nematoden nicht wirksam.

Die Firma Andermatt Biogarten AG hat sich auf die Produktion von Nematoden spezialisiert. Aus einem Fadenwürmchen, das in eine Nährlösung eingebracht wird, entstehen über achtzig neue Nematoden. Die Produktion geschieht unter sterilen Bedingungen in aufwändiger Handarbeit. Es empfiehlt sich, die Nematoden sofort nach Erhalt auszubringen, da sie auch gekühlt (2–5 °C) nur beschränkt lagerbar sind. Sie sind ein Frischprodukt, welches eine optimale Qualität und Aktivität garantiert.

Anwendung: Am bequemsten können die Nematoden mit dem AquaNemix 2% ausgebracht werden. Durch das integrierte Dosiersystem werden die Nematoden automatisch und exakt im vorgegebenen Verhältnis dem Wasser zugemischt. Der beste Einsatzzeitpunkt ist normalerweise von Mitte April bis Anfang Juni und Anfang September bis Mitte Oktober. Bei der Ausbringung muss die Bodentemperatur mindestens 10 °C betragen. Nach der Behandlung muss darauf geachtet werden, dass der Boden während 10 Tagen zumindest leicht feucht bleibt. Nur so können die Nematoden die volle Aktivität entwickeln. Langfristig sind die Nematoden eine gute Wahl, weil sie die natürlichen Gegenspieler der Dickmaulrüssler wie Laufkäfer, Spitzmäuse und Igel schonen. Diese Nützlinge können die Dickmaulrüssler bis zu einem gewissen Grad in Schach halten.

Tipp: Kontrollieren Sie während der Vegetationszeit wiederholt Blätter auf allfälligen Blattfrass und im Frühjahr und Herbst die Wurzelballen, ob Larven vorhanden sind. Ein Zeichen für Larvenbefall sind Primeln und Erdbeerpflanzen, die plötzlich absterben. Wenn unter solchen Pflanzen gegraben wird, finden sich meist die weissen Dickmaulrüsslerlarven, die dann sofort mit Nematoden behandelt werden sollten.


Faltblatt Andermatt Biogarten
Der gefrässige Dickmaulrüssler - Freude am Garten


Biologische Dickmaulrüssler-Bekämpfung mit Meginem from www.biogarten.ch on Vimeo.

 
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